Archiv der Kategorie: Marken und Kennzeichen

Urteilsdatenbank Markenrecht: Ausgewählte Urteile informieren über die aktuelle Entscheidungspraxis der Gerichte.

OLG Hamburg: G-Mail

Hanseatisches Oberlandesgericht, Urteil vom 04.07.2007 – 5 U 87/06G-Mail
MarkenG §§ 14 Abs. 2 Nr. 2, Abs. 6

1. Zwischen den Zeichenfolgen „G-Mail“ und „GMail“ kann markenrechtliche Verwechslungsgefahr bei dem Angebot ähnlicher Dienstleistungen (E-Mail- Dienstleistungen) auch dann bestehen, wenn die Bezeichnung „G-Mail“ Bestandteil einer farbig eingetragenen Wort-/Bildmarke mit einem weiteren Slogan (“ … und die Post geht richtig ab“) ist und die Bezeichnung „GMail“ teilweise in einer herkunftshinweisenden Farbgebung verwendet wird.

2. Die Angabe nach dem @-Zeichen in einer E-Mail-Adresse kennzeichnet häufig (aber nicht stets) den E-Mail-Provider und hat in diesem Fall auch markenrechtlich herkunftshinweisende Funktion.

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BGH: Consulente in marchi

BGH, Beschluss vom 19.04.2007 – I ZB 47/06Consulente in marchi (OLG Frankfurt a. M.)
MarkenG § 140 Abs. 3; ZPO § 104

Ob die Kosten, die in einem Markenverletzungsverfahren für die Tätigkeit eines italienischen consulente in marchi aufgewendet worden sind, in entsprechender Anwendung des § 140 Abs. 3 MarkenG festgesetzt werden können, ist im Kostenfestsetzungsverfahren zu prüfen. Maßgeblich ist dabei, ob der consulente in marchi in Kennzeichenstreitsachen nach seiner Ausbildung und dem Tätigkeitsbereich, für den er in Italien zugelassen ist, im Wesentlichen einem in Deutschland zugelassenen Patentanwalt gleichgestellt werden kann.

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BGH: Cambridge Institute

BGH, Urteil vom 28.06.2007 – I ZR 49/04Cambridge Institute (OLG München)
Brüssel-I-VO Art. 22 Nr. 4; Lugano-Übk Art. 5 Nr. 3; MarkenG §§ 5, 15 Abs. 2 und 4, § 126 Abs. 1, § 127 Abs. 1, § 128 Abs. 1 und 2

a) Der Schutz des Unternehmenskennzeichens einer Sprachschule, die nur regional und nicht bundesweit tätig ist, ist auf deren räumliches Tätigkeitsfeld beschränkt.

b) Die Aktivlegitimation für den Unterlassungsanspruch nach § 128 Abs. 1 MarkenG steht neben den in § 8 Abs. 3 UWG Genannten auch den berechtigten Benutzern einer geographischen Herkunftsangabe zu.

c) Berechtigte Benutzer einer geographischen Herkunftsangabe, die für Dienstleistungen verwendet wird, sind nur diejenigen Personen und Unternehmen, die in dem durch die geographische Herkunftsangabe bezeichneten Gebiet geschäftsansässig sind und von dort ihre Dienstleistungen erbringen.

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BGH: Diesel II

BGH, Urteil vom 21.03.2007 – I ZR 246/02DIESEL II (OLG Dresden)
MarkenG § 14 Abs. 2 und 3

Die ungebrochene Durchfuhr von Waren, die im Ausland mit einer im Inland geschützten Marke gekennzeichnet worden sind, durch das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland stellt als solche keine Verletzung der inländischen Marke dar (im Anschluss an EuGH, Urt. v 9.11.2006 – C-281/05, GRUR 2007, 146 – Montex Holdings/Diesel).

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BGH: Windsor Estate

BGH, Urteil vom 19.07.2007 – I ZR 93/04 – Windsor Estate (OLG Braunschweig)
MarkenG § 14 Abs. 2 Nr. 2, Abs. 5, Abs. 6, § 30

a) Der aus einer Kennzeichenverletzung folgende Schadensersatzanspruch sowie der der Bezifferung dieses Anspruchs dienende Auskunftsanspruch sind zeitlich nicht durch die vom Gläubiger nachgewiesene erste Verletzungshandlung begrenzt (Aufgabe von BGH, Urt. v. 26. 11. 1987 – I ZR 123/85, GRUR 1988, 307 – Gaby).

b) Ein Lizenznehmer, der gemäß § 30 Abs. 4 MarkenG der Verletzungsklage des Lizenzgebers beitritt, erlangt die Stellung eines einfachen Streitgenossen. Dem Lizenznehmer steht im Falle einer Markenverletzung kein eigener Schadensersatzanspruch gegen den Verletzer zu.

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BGH: Durchfuhr von Originalware

BGH, Urteil vom 21.03.2007 – I ZR 66/04 – Durchfuhr von Originalware (OLG Koblenz)
MarkenG § 14 Abs. 2 und 3

Auch die ungebrochene Durchfuhr von nicht im Europäischen Wirtschaftsraum in den Verkehr gebrachten Waren, die mit einer im Inland geschützten Marke gekennzeichnet sind, durch das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland stellt als solche – unabhängig vom Bestimmungsland der im Durchfuhrverkehr befindlichen Waren – keine Verletzung der inländischen Marke dar (im Anschluss an EuGH, Urt. v. 9.11.2006 – C-281/05, GRUR 2007, 146 – Montex Holdings/Diesel).

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BPatG 50/2007

Die Veröffentlichungen des Bundespatentgerichts in Markensachen:

BPatG, Beschluss vom 20.11.2007 – 33 W (pat) 8/06 – JurPartner / Juropartner Volltext

BPatG, Beschluss vom 19.09.2007 – 29 W (pat) 88/05 – ONEtoOne / ONE Volltext

BPatG, Beschluss vom 10.10.2007 – 29 W (pat) 161/04 – Blogger Volltext

BPatG, Beschluss vom 08.08.2007 – 29 W (pat) 129/04 – BONITO INDUSTRIES / BONITO Volltext

BPatG, Beschluss vom 06.12.2007 – 27 W (pat) 73/07 / Drima Volltext

BPatG, Beschluss vom 27.11.2007 – 33 W (pat) 99/07 – NICE* Open Market Allshare Index Volltext

BPatG, Beschluss vom 24.10.2007 – 32 W (pat) 85/06 – in.Stuttgart Volltext

BPatG, Beschluss vom 07.11.2007 – 32 W (pat) 61/06 – Hörspielsommer Volltext

BPatG, Beschluss vom 14.11.2007 – 32 W (pat) 16/06 – Dornier / DORNIER Volltext

BPatG, Beschluss vom 09.10.2007 – 24 W (pat) 110/06 – FLÜSSIG-PULVER Volltext

BPatG, Beschluss vom 08.08.2007 – 32 W (pat) 272/03 – Web VIP / VIP Volltext

Ein auf eine Gemeinschaftsmarkenanmeldung gestützter Widerspruch bleibt zulässig, wenn die Gemeinschaftsmarkenanmeldung rechtskräftig zurückgewiesen und anschließend wirkam in eine deutsche Markenanmeldung umgewandelt wird (Abweichung von BPatG Mitt. 2005, 277 – TAXI MOTO).

BPatG, Beschluss vom 21.11.2007 – 29 W (pat) 33/04 Volltext

BPatG, Beschluss vom 21.11.2007 – 29 W (pat) 32/04 Volltext

BPatG, Beschluss vom 21.11.2007 – 29 W (pat) 31/04 Volltext

BPat, Beschluss vom 21.11.2007 – 29 W (pat) 29/04 – ImmobilienScout24 Volltext

BPatG, Beschluss vom 21.11.2007 – 29 W (pat) 28/04 – GesundheitScout24 Volltext

BPatG, Beschluss vom 21.11.2007 – 29 W (pat) 27/04 – JobScout24 Volltext

BPatG, Besclhuss vom 29.11.2007 – 33 W (pat) 98/06 – freenetProfi Volltext

BPatG, Beschluss vom 20.11.2007 – 33 W (pat) 9/06 – JURPARTNER / JUROPARTNER Volltext

BPatG, Beschluss vom 20.11.2007 – 33 W (pat) 37/06 – JURATEC / JuroCheck Volltext

BPatG, Beschluss vom 20.11.2007 – 24 W (pat) 20/07 – (Kostenfestsetzung) Volltext

BPatG, Beschluss vom 20.11.2007 – 24 W (pat) 19/07 – (Kostenfestsetzung) Volltext

BPatG, Beschluss vom 05.12.2007 – 24 W (pat) 14/05 – EtherCAN Volltext

EuGH: Häupl ./. Lidl Stiftung & Co. KG

EuGH, Urteil vom 14.06.2007 – C-246/05
„Markenrecht – Art. 10 Abs. 1 der Richtlinie 89/ 104/ EWG – Keine ernsthafte Benutzung der Marke – Begriff ‚Tag des Abschlusses des Eintragungsverfahrens'“

1. Der „Tag des Abschlusses des Eintragungsverfahrens“ im Sinne von Art. 10 Abs. 1 der Ersten Richtlinie 89/ 104/ EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Marken ist in jedem Mitgliedstaat entsprechend den dort geltenden Verfahrensvorschriften für die Eintragung zu bestimmen.

2. Art. 12 Abs. 1 der Richtlinie 89/ 104 ist dahin auszulegen, dass Hindernisse, die einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Marke aufweisen, ihre Benutzung unmöglich oder unzumutbar machen und vom Willen des Markeninhabers unabhängig sind, „berechtigte Gründe für die Nichtbenutzung“ einer Marke darstellen. Es ist Sache des vorlegenden Gerichts, den Sachverhalt des Ausgangsverfahrens im Licht dieser Hinweise zu beurteilen.

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BPatG 49/2007

Die Veröffentlichungen der Beschlüsse des Bundespatentgerichts in Markensachen:

BPatG, Beschluss vom 02.10.2007 – 33 W (pat) 135/06

/ RENO Volltext

BPatG, Beschluss vom 13.11.2007 – 33 W (pat) 114/05

veritasoft / Volltext

BPatG, Beschluss vom 27.06.2007 – 29 W (pat) 97/05 Volltext

BPatG, Beschluss vom 14.08.2007 – 29 W (pat) 197/03 – natocorner Volltext

BPatG, Beschluss vom 11.07.2007 – 29 W (pat) 19/04 – sat 3 / SAT 1 und SAT.2 Volltext

BPatG, Beschluss vom 12.09.2007 – 25 W (pat) 170/05 Volltext

BPatG, Beschluss vom 24.10.2007 – 32 W (pat) 96/06 – SOJA AKTIV Volltext

BPatG, Beschluss vom 14.11.2007 – 32 W (pat) 24/06 – Kakaoschleck Volltext

BPatG, Beschluss vom 17.10.2007 – 32 W (pat) 22/06 – TRIPLE CROWN Volltext

BPatG, Beschluss vom 09.07.2007 – 30 W (pat) 266/04 – THE SONS OF BUENA VISTA / „BUENA VISTA SOCIAL CLUB“ Volltext

EuGH: Standbeutel

EuGH, Urteil vom 12.01.2006 – C-173/04 P
„Rechtsmittel – Gemeinschaftsmarke – Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung (EG) Nr. 40/ 94 – Dreidimensionale Formen von Standbeuteln für Fruchtgetränke und Fruchtsäfte – Absolutes Eintragungshindernis – Unterscheidungskraft“

1. Das Rechtsmittel wird zurückgewiesen.

2. Die Deutsche SiSi-Werke GmbH & Co. Betriebs KG trägt die Kosten des Verfahrens.

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